Das größere Verbrechen

Rezensionen

 

Österreich, Bosnien. Theres ist eine, die nie ausreden kann. Immer fährt ihr ein Vater, ein Ehemann, die Tochter über den Mund. Bis der zur Adoption gegebene Sohn wieder auftaucht, der Adoptivvater zu Tode kommt und das Schweigen unter den Teppichen hervorquillt. Horror des Patriarchats.

Krimibestenliste von FAZ und Deutschlandfunk im Dezember 2018 und Jänner 2019

Mit viel Finesse, Fingerspitzengefühl und vor allem Menschenkenntnis erzählt Goldmann diese Geschichte aus fein ineinander verschlungenen Erzählfäden, geht ganz nah ran, um die Beweggründe, aber auch die Zwänge, Zweifel, Unsicherheiten und Dilemmata zu beleuchten, in denen ihre Figuren feststecken.

Frank Rumpel

Es sind vor allem die Charaktere, die diesen feingesponnenen Roman ausmachen.

Sonja Hartl, CrimeMag

Anne Goldmann schildert in ihrer klaren und eindringlichen Sprache gekonnt die Abgründe des scheinbar normalen bürgerlichen Daseins, studiert die Grimassen der sogenannten Anständigkeit und enthüllt Geflechte von Lüge und Verdrängung. Allein die hier in die Handlung eingestreuten Erinnerungen an die heute weitgehend aus dem Bewusstsein der Öffentlichkeit verschwundenen Bürgerkriegsgräuel auf dem Balkan lohnen die Lektüre dieses Kriminalromans.

Gerd Bedszent, neues deutschland

Ein fulminanter, nachklingender Krimi. Anne Goldmann zählt zu den raren Autorinnen, denen es gelingt, auf die stille, aber beunruhigende Weise Hand an die Verhältnisse zu legen.

Ulf Engelmayer, Stadt Radio Göttingen

Die Wiener Autorin Anne Goldmann schreibt in Das größere Verbrechen über traumatische Erfahrungen von Frauen, die physischer und psychischer Gewalt ausgeliefert waren und versuchen, dennoch zu funktionieren. Krimi der Extraklasse.

Ingeborg Sperl, der Standard

Anne Goldmann erzählt in ihrem Roman „Das größere Verbrechen“ vom dünnen Firniss der Normalität – und davon, wie er von einem Moment zum anderen zerreißen kann. Mikroskopisch genau, aber immer auf Distanz zum Objekt analysiert sie die latenten und manifesten Konflikte in einer Kleinfamilie. Die Bilder von dem stillen Bürgerkrieg in der österreichischen Kleinfamilie verbinden sich mit verwackelten Erinnerungen an den ganz realen Konflikt auf dem Balkan. Das ist psychologisch so beklemmend dicht gearbeitet, dass der Spielraum der Figuren am Ende immer kleiner wird. Platz für Hoffnung gibt in diesem faszinierend kalten Roman nicht, nur durch Aussicht auf eine Rückkehr in das Gefängnis der Normalität.

Kolja Mensing, Deutschlandfunk Kultur

Anne Goldmann hat sich mit ihren bisherigen Kriminalromanen einen tollen Ruf erarbeitet. Zu Recht, denn sie versteht ihr Handwerk perfekt und präsentiert auch in ihrem neuen Buch eine fein konstruierte Geschichte - mit überraschenden Wendungen bis zum letzten Satz.

Peter Huber, Die PRESSE am Sonntag

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