Lichtschacht

Rezensionen

 

In ihrem Roman "Lichtschacht" variiert die österreichische Autorin Anne Goldmann das klassische "Fenster zum Hof"- Motiv zu einer gut komponierten, mehrperspektivisch erzählten Story aus dem Wiener Hier und Jetzt, bei der sie Elemente des Psychothrillers mit solchen der Milieustudie geschickt kontrastiert.

Ulrich Noller, Funkhaus Europa

Obwohl die Geschichte in Wien spielt und viel lokales Detail bietet, unterbleiben Wien-Stereotypen und augenzwinkernder Humor, die Autorin, die keine dieser Mätzchen nötig hat, weil sie sich für die Wirklichkeit interessiert, schielt auch nicht ständig aufs Kino. Gerade darum aber ist ihr eine Geschichte gelungen, zu der man am ehesten Analoges bei Claude Chabrol und Patricia Highsmith finden wird - eine Geschichte aus der Unheimlichkeit des Stadtlebens, mit großer Milieukenntnis, hoher Sympathie für jene Figuren, die sie verdienen, und präziser Darstellung von Niedertracht. Ein ungemein gekonnt, unprätentiös und in einem ganz eigenen Ton geschriebener Roman.

Jürgen Kaube, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Sehr fein, genau und tiefenscharf.

KrimiZEIT-Bestenliste, Juli 2014

Diese Figuren sind in vielen anderen so genannten Psychothrillern einfach nur blutrünstige und bestialische Typen. In diesem Buch kann man genau studieren, dass der Psychopath eine sehr faszinierende Persönlichkeit ist. Er ist gekennzeichnet durch extreme Egozentrik und extreme Manipulationsfähigkeit. Und das kann Anne Goldmann besonders gut darstellen.

Tobias Gohlis in der Reihe "Wort und Totschlag", Radio Bremen

Die in Wien lebende Autorin Anne Goldmann hat einen dichten, spannenden und ungewöhnlich anspruchsvollen Krimi geschrieben, der ohne die Aufgeregtheit und Plattheit so manch anderer Thriller auskommt.

Die Presse

Vielleicht sollte man Lichtschacht gar nicht Thriller nennen. Es ist ein hocherleuchteter Gesellschaftsroman im Wolfspelz des Genres. Ein Entwicklungs- und Bildungsroman sicher auch. Anne Goldmann beherrscht die Kunst des detailstrotzenden und dennoch konzentrierten Erzählens. In ein Wimmelbild nach dem andern stellt sie ihre Figuren. Und in jedem ist das Böse versteckt, immer wieder neu. Selbst in ihren Augenwinkeln hat diese Geschichte mehr literarische Tiefenschärfe als andere im scheinbar ultrascharf gestellten Fokus. Ein sehr feines Buch.

Elmar Krekeler, DIE WELT

Zusammen mit dem eher gemächlichen Erzähltempo führt das zu wenig Action, aber einer reizvollen, zart paranoiden Atmosphäre. Vor allem aber ist „Lichtschacht“, wie auch seine beiden Vorgängerromane, sorgfältig und mit leicht österreichischem, bodenständigem Zungenschlag erzählt. Kein Regionalkrimi, wie es Hunderte gibt, sondern ein präzises Milieubild.

Sylvia Staude, Frankfurter Rundschau

Geniale Wiener Krimiparabel.

Format

Eine aufregende Spurensuche, ein Psychogramm, das erschreckt, eine Spirale scheinbar alltäglicher Gewalt. Alles passiert, und das bringt die Geschichte so faszinierend nahe, im dichten Häusergewirr der Altstadt, ohne dass Touristisches auch nur gestreift wird, in einem Wien der Wiener, atmosphärisch dicht, ohne Sehenswürdigkeiten und Denkmalpflege. Und trotzdem erfährt man eine Menge über Wiener Leben und Fakten, in der österreichischen Hochsprache, die sich einer anderen Melodie unterwirft als das deutsche Deutsch, ohne sich dialektischer Regionalvarianten zu bedienen. Ein besonderer Kriminalroman, der subtil den Gefühlsmix aus Fremdsein, Angst und Überrumpelung einem bizarren Mörderspiel beimengt.

Beatrix Kramlovsky, crime chronicles

Ein gelungener Thriller, ein Pageturner, klug und spannend zugleich.

Nils Jensen, BUCHKULTUR

Ein Zwei-Szenen-Trip. Zwei Welten, die für den/die Leser/in auf den ersten Blick nur wenig miteinander zu tun haben, rollen unaufhörlich ihre Handlung mit den beteiligten Personen ab. Verbindendes Moment bzw. literarischer Kristallisationspunkt ist die Beobachtung der Hauptfigur Lena, die ihr Glück in Wien sucht und bemerkt, dass eben dieses nicht so leicht zu finden ist. Goldmann arbeitet den folgenden inneren Dialog ihrer Hauptfigur mitreißend heraus, ihren Kampf mit Ängsten, Verdrängungen und Schuldgefühlen. Ein Roman aus der Realität modernen gesellschaftlichen Lebens fern aller Schönfärbereien.

Roman Schweidlenka, LitGes

Gekonnt spitzt Anne Goldmann ihre Geschichte zu, versteht es, ganz ohne Effekthascherei eine zunehmend beklemmende Atmosphäre aufzubauen. Geschickt lenkt sie den Blick ihrer Leser auf dieses und jenes Detail der Geschichte - und führt sie damit prächtig an der Nase herum. Ein famoser Kriminalroman.

Frank Rumpel, SWR2

Und so jagt man, wissend, ahnend, irrend, durch die Seiten, und muss sich fortlaufend zwingen, in angemessenem Tempo zu lesen, um nichts zu verpassen. Denn das Bedeutsame spielt sich mitunter in dezenter Beiläufigkeit ab, die unsere Beobachtungsgabe leicht beeinträchtigen kann. So eine Story ohne grelle Effekte aufzutischen, ist eine große Kunst.

Michael Engelbrecht, manafonistas.de (Thriller of the Month, August 2014)

Grandios.

Meike Dannenberg, BÜCHERmagazin

Ein sehr unaufgeregter, sehr feiner, sehr ruhiger Roman mit wunderbar gezeichneten Figuren. Anne Goldmann hat so eine beobachtende, freundliche Distanz zu ihren Figuren, und das tut dem Roman wahnsinnig gut. Das ist sehr spannend, sehr schön, sehr gut gemacht.

Kirsten Reimers, Interview Lounge (Krimi-Buch-Tipp im Oktober)

Spannung mit Melancholie in knappen Sätzen – ein tolles Buch.

Brigitte WOMAN

Goldmann gelingen auch hier schöne Szenen zu ihrem Leib- und Magenthema: Einsamkeit in der Stadt, das Leiden an der Isolation und Anonymität einerseits, das reale Risiko der Kontaktaufnahme andererseits. Denn in der anonymen Gesellschaft kann jeder Unauffällige ein Psychokiller sein. „Das Leben ist schmutzig“ und „Triangel“ sollte zuerst lesen, wer wissen möchte, wie Goldmann mit diesem Thema umgeht. Wer das getan hat, wird von „Lichtschacht“ sowieso nicht abzuhalten sein.

Thomas Klingenmaier, Stuttgarter Zeitung

Mit großem Geschick gestaltet Anne Goldmann zwei, sich unterschwellig gegenseitig kommentierende Erzählstränge. Die Frage nach der Identität des Mörders vermischt sich mit den problematischen Situationen in Lenas Beziehungsleben. Jeder scheint mit einem Mal verdächtig, und unschuldig ist eh niemand. Hitchcocks „Fenster zum Hof“ kommt in den Sinn, aber auch die psychologischen Thriller einer Patricia Highsmith. Aber Anne Goldmann kopiert nicht, sondern erzählt ihre ganz eigene Geschichte. Und die ist höchst zeitgemäß.

Joachim Feldmann, CULTurMAG

Dass weder sie noch wir ihn (den Täter) erkennen, aber trotzdem kennenlernen, macht den Hauptreiz des Buches aus, das sehr wienerisch daherkommt, samt kurzem Österreichglossar, aber nie zum Regionalkrimi wird.

ultimo auf draht

Der neue Krimi von Anne Goldmann gehört zu den Büchern des Sommers, die Sie lesen sollten!

Wienerin

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